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Google-Bewertungen über die App aufbauen, ohne sich angreifbar zu machen

Bewertungen kaufen ist verboten, Bewertungen erbitten ist erlaubt. Der Unterschied liegt im Detail — und im Zeitpunkt der Frage.

Bewertungen entscheiden bei lokalen Betrieben mit darüber, wer überhaupt in Betracht gezogen wird. Gleichzeitig ist das Thema rechtlich vermintes Gelände, und viele Betriebe machen deshalb gar nichts — was die schlechteste aller Optionen ist, weil unzufriedene Kunden von selbst bewerten und zufriedene nicht.

Die Grundregel

Sie dürfen um eine Bewertung bitten. Sie dürfen nicht für eine Bewertung bezahlen, und Sie dürfen die Bitte nicht auf zufriedene Kunden beschränken, wenn Sie dafür einen Anreiz setzen.

Der Knackpunkt ist die Kombination. Um eine Bewertung bitten: erlaubt. Einen Gutschein für eine Bewertung geben: unzulässige Beeinflussung, in aller Regel wettbewerbswidrig, und bei Google zusätzlich ein Verstoß gegen die Nutzungsbedingungen, der Ihre Bewertungen komplett kosten kann.

Ebenfalls problematisch, aber weniger bekannt: nur die zufriedenen Kunden zur öffentlichen Bewertung zu leiten und die unzufriedenen abzufangen, wird von Gerichten und Plattformen zunehmend als Irreführung gewertet, wenn es systematisch geschieht. Die Grenze ist schmal, und sie verläuft an der Stelle, wo aus einer internen Nachfrage eine Filterfunktion wird.

Der Weg, der trägt

Was funktioniert, ist eine zweistufige Frage — mit einem wichtigen Unterschied zum verbreiteten Vorgehen.

Stufe eins: die interne Frage. Nach dem Besuch, in der App: Wie zufrieden waren Sie? Eine Skala, ein optionales Freitextfeld. Diese Rückmeldung geht an Sie, nicht an die Öffentlichkeit. Sie ist der eigentliche Wert der Übung, weil sie Ihnen Probleme zeigt, bevor sie öffentlich werden.

Stufe zwei: der Hinweis. Allen, die geantwortet haben, wird im Anschluss der Hinweis angezeigt, dass eine öffentliche Bewertung möglich ist, mit Link zu Google. Allen — nicht nur den Zufriedenen. Das ist der Unterschied, der die Konstruktion sauber macht.

Klingt riskant, ist es in der Praxis kaum. Wer eine interne Rückmeldung abgegeben hat und sich gehört fühlt, bewertet öffentlich seltener negativ als jemand, der nie gefragt wurde. Der Effekt entsteht nicht durch Filterung, sondern dadurch, dass Sie überhaupt fragen — und dass Sie die Gelegenheit haben, auf Kritik zu reagieren, bevor sie öffentlich wird.

Der Zeitpunkt

Wichtiger als die Formulierung. Die Frage muss kommen, solange die Erfahrung frisch ist, aber nicht während man noch im Laden steht.

Bewährt hat sich: zwei bis vier Stunden nach dem Besuch bei Gastronomie und Einzelhandel, am Folgetag bei Dienstleistungen mit Terminbindung, und nach der zweiten oder dritten Nutzung bei allem, wo eine Beziehung erst entsteht.

Fragen Sie nicht nach jedem Besuch. Einmal pro Quartal und Person ist die Obergrenze, die wir empfehlen. Alles darüber wird als Belästigung wahrgenommen und senkt die Antwortquote insgesamt.

Wen Sie fragen sollten

Nicht alle. Der beste Zeitpunkt ist nach einem positiven Signal, das nichts mit der Bewertung selbst zu tun hat: ein wiederholter Besuch in kurzem Abstand, das Einlösen einer Prämie, eine abgeschlossene Challenge. Diese Menschen haben eine Beziehung zu Ihnen und antworten deutlich häufiger.

Ein Erstbesucher, der einmal da war, ist der falsche Adressat. Die Antwortquote ist niedrig und die Aussagekraft gering.

Mit negativen Bewertungen umgehen

Sie werden welche bekommen, und das ist in Ordnung. Ein Profil mit ausschließlich Fünf-Sterne-Bewertungen wirkt unglaubwürdig; die höchste Konversion haben Profile im Bereich zwischen 4,2 und 4,7.

Antworten Sie auf jede negative Bewertung, sachlich, ohne Rechtfertigung, mit einem konkreten Angebot zur Klärung. Diese Antwort schreiben Sie nicht für den Verfasser, sondern für die nächsten hundert Menschen, die das Profil lesen. Eine ruhige, konkrete Antwort auf eine harsche Kritik überzeugt mehr als zehn gute Bewertungen.

Löschen lassen können Sie nur, was gegen die Richtlinien verstößt: erkennbar erfundene Sachverhalte, Beleidigungen, Verwechslungen mit einem anderen Betrieb. Unfaire, aber echte Kritik bleibt stehen.

Kurz gefasst

Fragen ist erlaubt, bezahlen nicht. Erst intern fragen, dann allen den Hinweis geben. Zwei bis vier Stunden nach dem Besuch. Höchstens einmal im Quartal. Auf jede Kritik antworten.

Auch das ist Praxiseinordnung, keine Rechtsberatung — bei systematischem Vorgehen lohnt eine einmalige Prüfung.

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